Spannung bis zum Schluss im Derby
Der erste Punkt ist Tatsache! In einem hart umkämpften Derby gegen den Kantonsrivalen BSV Bern sicherte sich der TV Steffisburg den ersten Punkt der laufenden Saison mit einem 28:28 Unentschieden. Obwohl die Berner den besseren Saisonstart erwischten, wäre es falsch gewesen, vor der Partie von einem klaren Favoriten zu sprechen - das bewiesen die letzten Begegnungen der beiden Teams in der jüngeren Vergangenheit. Ein Derby ist immer etwas spezielles und schreibt, ähnlich wie der Cup, so manchmal seine eigenen Gesetze. Die Zuschauer in der Schönauhalle konnten sich also auf ein spannendes Spiel freuen.
Erneut erwischten die Jungs einen guten Start in die Partie - Torhüter Leo Ebner parierte bereits nach 40 Sekunden den ersten Wurf auf sein Tor und bis zur 10. Minute kamen 2 weitere dazu. Im Angriff fand man trotz der offensiven Deckungsvariante des Gegners immer wieder Lösungen und so führten die Zulgtaler schnell mit 6:4 (7'). Davon liessen sich die Stadtberner allerdings nicht beeindrucken und glichen mit zwei Toren in Folge schnell wieder aus, das Spiel blieb weiter eng und spannend.
In der Folge schritten beide Teams im Gleichschritt voran. Zwar konnte der BSV jeweils ein Tor vorlegen, der TVS glich dies allerdings jeweils postwendend aus, inklusive einzelner Fehlwürfe und Fehler auf beiden Seiten. Kurz vor der Pause konnten die Steffisburger dann, unterstützt durch zwei Big Saves von Leo Ebner, Das Score wieder ausgleichen und sich in Front setzen. Mit einer knappen 17:16 Führung ging es in die Halbzeit.
In der Pause gab es eigentlich nicht viel zu besprechen, denn im Grossen und Ganzen konnte man mit der gezeigten Leistung zufrieden sein. Ein paar kleinere Details wollte das Team trotzdem verbessern, um in der Abwehr noch kompakter zu stehen und im Angriff zu noch mehr freien Torchancen zu kommen.
Auch zum Start der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielgeschehen nicht all zu viel. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften mit allen Mitteln, um den Vorteil auf ihre Seite zu zwingen. Der TVS konnte sich zwar zweimal mit zwei Toren in Führung setzen, diese hielt jedoch nur bis zu den nächsten zwei Angriffen des BSV, welcher sich nicht abschütteln liess. Als sich die Berner in der 49. Minute zum ersten Mal in der zweiten Halbzeit mit einem Tor absetzten (24:25), nahm Trainer Stefan Hänni sein zweites Time-Out und stimmte seine Jungs für die letzten 10 Minuten nochmals ein.
Im Angriff taten sich die Steffisburger nun vermehrt schwer, gegen den robusten Innenblock der Hauptstädter durchzukommen. Nach eigenem Time-Out erhöhte der BSV auf 25:27, im darauffolgenden Angriff brachte Yannic Baumann sein Team aber wieder auf ein Tor heran. Angefeuert vom euphorischen Publikum kämpften die Jungs bis zum Schluss und warfen nochmals aller hinein. In Unterzahl rannten sie in der Abwehr hin und her und provozierten zwei Ballverluste des BSV und mit seinem 10. Tor brachte erneut Yannic Baumann seine Farben wieder in Führung (28:27, 57'). Bern glich im nächsten Angriff auf 28:28 aus und bei diesem Spielstand sollte aus bis zum Schluss bleiben, beide Teams konnten ihre restlichen Angriffe nichtmehr für das Siegtor nutzen.
Über 60 Minuten ist das Unentschieden fair und verdient für beide Teams. Es war ein sehr spannendes und attraktives Spiel mit Führungswechseln, spektakulären Paraden und schönen Kombinationen. Die Steffisburger haben bewiesen, dass sie sich vom resultatmässig schlechten Saisonstart nicht unterkriegen liessen. Die stetige Weiterentwicklung ist klar erkennbar und mit dem guten Gefühl, den ersten Punkt geholt zu haben, werden die Jungs weiter hart arbeiten, um weitere Punkte auf ihr Konto zu holen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am nächsten Wochenende, am Sonntag, 25.10.2026 fährt der TVS nach Zürich und gastiert bei der SG GC Amicitia / HC Küsnacht, welche mit nur einem Punkt mehr auf dem Konto aktuell einen Platz vor dem TVS in der Tabelle liegt, es wird also ein klassisches 4-Punkte Spiel. Anpfiff in der Saalsporthalle ist um 17:00 Uhr, die Partie kann wie immer auf Red Handball verfolgt werden.
Hopp Stäffi!
Fürs "Eis": Janes Karlen
Fotos: Tobias Zeltner