Die erhoffte Reaktion im Derby nicht mit Punkten belohnt
Die letzten drei Spiele der ersten Mannschaft des TV Steffisburg waren mehrheitlich
enttäuschend. Zu wenig Kampf, Energie, Freude und Härte hatte man in den Niederlagen gegen
Stans, Möhlin und Gossau gezeigt. Werte, die den TVS sonst eigentlich stark machen und die es
in Zukunft auch wieder sollen. Mit dem Kantonsrivalen des BSV Bern kam zwar das aktuell
formstärkste Team der Liga nach Thun, doch ist ein Derby vielleicht genau das richtige, um
wieder zu seinen Tugenden zurückzufinden.
Wie schon zu oft in dieser Saison gelang der Start in die Partie nicht optimal und nach drei
Minuten stand bereits ein 0:3 auf der Anzeigetafel. In der Offensive wurde der Motor danach
zwar langsam warm, in der Defensive funktionierte aber leider wie schon in den letzten
Spielen nur wenig. Es dauerte knappe 12 Minuten, bis der erste Angriff des Gegners nicht in
einem Tor endete. So rannten die Steffisburger dem frühen Rückstand über weite Strecken der
ersten Halbzeit hinterher. Am mangelnden Einsatz oder Kampfbereitschaft lag es nicht, es
wurde in jedem Zweikampf alles gegeben und dem Gegner kein Zentimeter zu viel verschenkt,
doch leistete man sich einige Fehler, die eine Aufholjagd verhinderten.
Nach 20 Minuten (10:15) lag man bereits mit fünf Toren im Hintertreffen, die Berner
Oberländer konnten bis zur Pause jedoch einige Fehler und eine Zeitstrafe des Gegners
ausnützen, um sich bis auf 2 Tore heranzukämpfen. Somit blieben sie in Schlagdistanz und es
war noch alles offen für die zweite Halbzeit, für die man sich vorgenommen hatte, das variable
Angriffsspiel weiter durchzuziehen und hinten dem Gegner das Leben noch schwerer zu
machen, damit gemeinsam mit den Torhütern weitere Bälle entschärft werden können.
Durch zwei Tore in Überzahl glichen die Zulgtaler das Spiel unmittelbar nach der Pause wieder
aus. In den folgenden Minuten war es dann wiederum ein munteres Toreschiessen auf beiden
Seiten, keines der Teams vermochte die gegnerischen Angriffe effektiv zu stoppen. In der 38.
Minute wurde es dann zum ersten Mal so richtig hitzig: Nach einem rüden einsteigen gegen
Yannic Baumann gab es eine Rudelbildung, mehrere Schubser und eine minutenlange Beratung
der Schiedsrichter. Diese kamen zum durchaus fragwürdigen Entscheid, je einen Akteur beider
Teams mit einer direkten roten Karte des Feldes zu verweisen und das eigentliche Foul
inklusive anschliessendem Schubser mit einer 2-Minuten-Strafe zu belegen.
Ab diesem Zeitpunkt war die Partie sehr hitzig, es wurde nahezu jede Entscheidung kritisch
hinterfragt und die Härte stieg auch nochmals etwas an. Das Publikum bekam eine sehr
spannende Partie zu sehen, in welcher sich die Steffisburger in der 40. Minute erstmals mit 2
Toren (29:27) absetzen konnten. Leider konnten sie das Momentum nicht weiter auf ihre Seite
kippen, der BSV liess sich nicht abschütteln und glich kurze Zeit später wieder aus. Doch es kam
noch bitterer: erneut schlichen sich Fehler und Fehlwürfe in das Angriffsspiel der Berner
Oberländer und weil hinten der Zugriff nie so richtig gefunden wurde, sah man sich 15
Minuten vor Schluss wieder mit zwei Toren im Hintertreffen.
Das Time-Out von Trainer Sven Krainer zeigte Wirkung im Angriff, die Abwehr bliebt jedoch
nach wie vor das Sorgenkind. Dank zwei Paraden der beiden Torhüter konnten die
Steffisburger das Skore 5 Minuten vor Schluss wieder ausgleichen (35:35), was den Coach der
Stadtberner seinerseits zu einem Time-Out bewegte. Die Hauptstädter erzielten in der Folge
noch zwei Treffer, die Berner Oberländer nur einen und verwerteten keinen ihrer letzten drei
Angriffe, sodass am Ende eine kämpferische Leistung nicht mit Punkten belohnt und die Partie
mit 36:37 verloren wurde.
Diese Niederlage schmerzt und das Team hätte sich einen, wenn nicht sogar beide Punkte
verdient gehabt, trotzdem ist dem jungen Team die gewünschte Reaktion auf die zuletzt
dürftigen Auftritte gelungen. Wenn die Jungs es nun schaffen, mit derselben Einstellung,
Mentalität, Kampfgeist und Leidenschaft die letzten drei Meisterschaftsspiele in Angriff zu
nehmen und zusätzlich in der Abwehr ein Mittel finden, die Kompaktheit wieder herzustellen
und dem Gegner keine einfachen Abschlussmöglichkeiten zu bieten, dann werden sicherlich
auch noch Punkte auf das Konto des TVS hinzukommen.
Die nächste Chance auf Punkte bietet sich bereits am Dienstag, in der englischen Woche treffen
die Steffisburger auswärts auf die SG GS/Kadetten Espoirs Schaffhausen. Mit den Ostschweizern
hat man aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen, wo ein ersatzgeschwächter TVS eine
empfindliche Heimniederlage einstecken musste. Anpfiff in der BBC Arena ist um 20:00 Uhr, die
Partie kann wie immer im Livestream verfolgt werden.
Hopp Stäffi!