Knappe Niederlage in der Westschweiz
Es wartet gleich das nächste Spitzenteam auf den TVS. Nachdem am vergangenen Wochenende der HSG Baden-Endingen in der heimischen Lachenhalle ein Unentschieden abgerungen werden konnte, stand für die erste Mannschaft die lange Auswärtsfahrt nach Genf auf dem Programm. Die Jungs wollten ihre gute Form mitnehmen und die Westschweizer wie schon im Hinspiel mit einer aufsässigen Deckung und schnellem Umschaltspiel vor Probleme stellen.
Der Start in die Partie verlief allerdings nicht wunschgemäss für die Zulgtaler. Die lange Anfahrt und späte Anspielzeit (der Anpfiff wurde während der Woche auf 20:30 verschoben) dürfen hier jedoch nicht als Entschuldigung gelten, die Jungs waren einfach nicht richtig präsent. Zwar konnte Max Dannmeyer nach 5 Minuten auf 3:2 verkürzen, nur 2 1/2 Zeigerumdrehungen später stand es dann 6:2. Der Angriff funktionierte dann etwas besser, in der Abwehr fehlte jedoch der nötige Zugriff und die Oberländer bekundeten immer wieder Mühe mit den wurfgewaltigen Rückraumspielern des Heimteams, welche zu frei zum Abschluss kamen und so die Aufgabe für die Torhüter nicht die einfachste war, einige Bälle zu entschärfen. Der Rückstand pendelte sich bei drei Toren ein bis zum ersten Time-Out des Gästeteams.
Auch danach fand der TVS nur zu selten Lösungen in der Abwehr und mit zunehmender Spieldauer häuften sich auch die einfachen, unerzwungenen Fehler im Angriff, welche eine Verringerung des Rückstands erschwerte. Kurz nach ihrem ersten Time-Out erhöhten die Genfer ein erstes Mal auf einen 5 Tore Vorsprung, die Steffisburger liessen sich davon allerdings nicht unterkriegen und zogen kurz vor der Pause nochmals an, um den Rückstand auf 3 Tore zu reduzieren - mit einem 18:15 ging es in die Halbzeit, es war also noch alles drin.
Trotz zu vieler Fehler im Angriff konnten 15 Tore erzielt werden, was grundsätzlich nicht schlecht wäre, die 18 Gegentore jedoch sind zu viel und so musste in der Abwehr einiges korrigiert werden, wollte man hier das Spiel noch drehen und die zwei Punkte aus der Westschweiz entführen. Die Spieler waren sich einig, dass noch viel Verbesserungspotential im eigenen Spiel vorhanden war, was positiv für die zweite Halbzeit stimmte.
Die erhoffte Aufholjagd bleibt zunächst jedoch aus, nach wie vor fand man keinen Zugriff in der Abwehr und nun kamen auch noch Probleme im Angriff dazu, um gute Chancen zu kreieren. Trainer Sven Krainer reagierte umgehend und nahm in der 36. Minute im Time-Out einige Anpassungen vor, unter anderem agierten die Zulgtaler nun vermehrt mit 7:6 im Angriff. Diese Massnahme zeigte ihre Wirkung in der Chancenkreation, jedoch scheiterte man nun auch noch vermehrt am gegnerischen Torhüter. Die Genfer erhöhten auf 25:19 und das Spiel drohte zu kippen, die direkte Antwort des TVS liess allerding nicht lange auf sich warten, die Jungs gaben sich nicht auf und kämpften immer weiter.
Mit vollem Einsatz des ganzen Teams konnte der Rückstand erneut auf drei Tore verkürzt werden. Jeder, egal ob auf dem Feld oder auf der Auswechselbank, war zu 100% da und nochmals bereit, alles zu geben um das Ruder rumzureissen. Auch das zweite Time-Out des Heimteams konnte den Steffisburger Lauf nicht stoppen und der TVS kämpfte sich auf 26:25 heran. In der Folge führten einige unglückliche Situationen gegen die Zulgtaler im Angriff dazu, dass die routinierten Genfer wieder auf vier Tore davon ziehen konnten.
Doch auch in der Crunchtime liessen die Jungs einfach nicht locker und versuchten nochmals alles in ihrer Macht stehende, um sich doch noch zu belohnen. Die Abwehr blieb das grosse Manko am heutigen Tag und als das Heimteam auch mit 7:6 agierte, fanden die Steffisburger auch bis zum Schluss der Partie kein Mittel, um die gegnerischen Angriffe zu stoppen. Bis zum Ende wurde es nichtmehr richtig eng und so musste man sich dem aktuell formstärksten Team der Liga schlussendlich verdient mit 36:34 geschlagen geben.
Die Lehren aus der Niederlage können schnell gezogen werden: In der Abwehr fanden die Jungs zu keinem Zeitpunkt ins Spiel und konnten in verschiedenen Formationen den Gegner nicht zu schwierigen Abschlusssituationen zwingen, welche für die Torhüter einfach zu halten sind. Allerdings gibt es auch Positives mitzunehmen. So gab man das Spiel nie auf und kämpfte bis am Schluss beherzt gegen die Niederlage an und fand im Angriff immer wieder gute Lösungen in unterschiedlichen Formationen.
Die Zulgtaler wissen also, worauf der Fokus in der nächsten Trainingswoche liegt und können bereits am kommenden Samstag beweisen, dass sie Fortschritte gemacht und die richtigen Stellschrauben angezogen haben. Die Steffisburger treffen auf den Tabellennachbarn TV Birsfelden. Das Duell der beiden TVs wird mit Sicherheit hart umkämpft sein, da beide Teams mit zwei Punkten sich weiter von den Abstiegsplätzen entfernen wollen. Anpfiff in der Sporthalle Birsfelden ist um 17:00 Uhr, die Partie kann wie immer im Livestream auf Redplus verfolgt werden.
Hopp Stäffi!
Fürs "Eis": Janes Karlen
Fotos: Nils Kiener