Die Achterbahnfahrt geht weiter

Mit dem Selbstvertrauen aus den letzten zwei Spielen wollte der TV Steffisburg zu Hause gegen den Tabellennachbarn aus Schaffhausen mit viel Kampf und vollem Einsatz die nächsten zwei Punkte sichern. Die Gäste kamen ihrerseits allerdings auch mit dem nötigen Selbstvertrauen aus dem knappen Heimsieg gegen das Spitzenteam TV Möhlin nach Thun angereist, somit war alles angerichtet für ein spannendes letztes Heimspiel vor der Winterpause. 

Die jungen Zulgtaler starteten nervös in die Partie und leisteten sich schon früh einige technische Fehler und Fehlwürfe im Angriff. Glücklicherweise konnte der Schaden in der Abwehr in Grenzen gehalten werden, sodass man die SG GS/Kadetten Espoirs nicht weit davonziehen liess. Nach 10 Minuten konnte der Spielstand wieder ausgeglichen werden und so ging es im Gleichschritt weiter. Beide Teams kamen im Angriff immer wieder zu guten Möglichkeiten, die hier und da von den beiden Torhütern entschärft wurden. Kurz vor Ende der Halbzeit bat sich dem TVS die Möglichkeit, per 7 Meter erneut auszugleichen, diese wurde jedoch nicht genutzt und im Gegenzug erspielten sich die Gäste ihrerseits mit dem letzten Angriff einen Strafwurf, welcher eiskalt zum Pausenstand von 12:14 verwandelt wurde. 

Auch wenn noch lange nicht alles so lief, wie man es sich vor dem Spiel vorgenommen hatte, konnte ein halbwegs positives Zwischenfazit gezogen werden. Der nicht ganz optimale Start wurde schnell korrigiert und von da an spielte man mit dem Gegner auf Augenhöhe. Es war dem eigenen Unvermögen geschuldet, dass der Pausenstand nicht zu Gunsten der Steffisburger ausfiel. Für die zweite Hälfte nahm man sich vor, noch ein wenig mehr Stimmung hineinzubringen, jede kleine Aktion zu feiern und die eigenen Fehler zu reduzieren. 

Der Plan ging allerdings so gar nicht auf, ganz im Gegenteil: Die Gäste, welche selbst längst nicht an ihrem Leistungsmaximum spielten, konnten, mit tatkräftiger Unterstützung der Steffisburger, einen 0:4 Lauf starten, welcher Trainer Sven Krainer bereits nach etwas mehr als 6 Minuten dazu zwang, seine zweite Auszeit zu nehmen. Die Ausbeute des TVS-Angriffs bis dato: vier technische Fehler, vier Fehlwürfe und zwei Zeitstrafen. Die Ansprache zeigte ihre Wirkung, die jungen Steffisburger fingen sich wieder und konnten ihre nächsten Angriffe erfolgreich ausspielen. Hinzu kamen einige Paraden des eingewechselten, aufgrund der anhaltenden Verletzungssorgen reaktivierten Torhütertrainers Ramon Stettler, sodass der Gästetrainer nur weitere 5 Minuten später beim Spielstand von 15:20 ebenfalls den Buzzer drückte. 

Der Aufschwung des TVS war allerdings nur von kurzer Dauer, irgendwie war an diesem Abend der Wurm drin und es lief nicht allzu viel zusammen. Erneut stellte man sich selbst ein Bein mit technischen Fehlern und Fehlwürfen, welche der Gegner konsequent ausnützte. Beim Stand von 17:24 in der 48. Minute nahm Trainer Krainer sein letztes Time-Out, um sein Team nochmals auf die eigenen Werte zu besinnen. Dies hatte jedoch auch nicht mehr die erhoffte Wirkung und so konnten die Gäste ihren Vorsprung weiter ausbauen. Durch etwas Resultatkosmetik am Schluss endete die Partie mit einem ernüchternden 22:31. Es war ein gebrauchter Tag für das gesamte Team, 15 technische Fehler und eine Wurfquote von 49% sind definitiv zu wenig, um gegen irgendein Team der Liga Punkte zu holen. 

Wie gut, dass sich bereits am nächsten Samstag die Möglichkeit bietet, erneut in der Entwicklung einen Schritt nach vorne zu machen. Wenn sich die Jungs wieder auf ihre Stärken berufen, gemeinsam als Einheit aufzutreten und dem Gegner 60 Minuten lang auf die Nerven zu gehen, wird sich dies sicherlich auch im Resultat widerspiegeln. Das Team wird alles daran setzen, mit einem positiven Resultat in die wohlverdiente Winterpause zu gehen. Zum letzten Spiel vor Weihnachten nimmt der TVS nochmals eine lange Reise auf sich und tritt auswärts auf die SG Fides St. Gallen. Anpfiff im AZSG St. Gallen ist um 19:00 Uhr, die Partie kann auf redplus im Livestream verfolgt werden. 

Hopp Stäffi!

Fürs "Eis": Janes Karlen
Fotos: Tanja Rohrbach