Fehlentscheid entscheidet das Spiel

Fehlentscheid entscheidet das Spiel
04.12.2017 • NLB - Spielbericht
Nachdem der Match praktisch während der ganzen zweiten Halbzeit sowohl auf die eine, wie auch auf die andere Seite hätte kippen könnten, entschied der HSC Siggenthal das Spiel schlussendlich in den letzten Sekunden zu seinen Gunsten. Der TV Steffisburg sah sich nach dem Spiel um mindestens einen Punkt betrogen. Dies aufgrund eines unerklärbaren Schiedsrichterentscheides, welcher dem Gastgeber den siegbringenden Konter einbrachte.

Im ersten Training nach dem verlorenen Spiel gegen die SG Yellow/Pfadi Espoirs anfangs Woche, setzte sich die Mannschaft zusammen und sprach sich untereinander über die nicht gerade erfreuliche Tabellenlage aus. Diskutiert wurde über die ungemütliche Ranglistenstellung, und wie man zusammen den «Karren aus dem Dreck» ziehen will? Das Team ist nach wie vor gewillt und talentiert genug, um aus der misslichen Tabellensituation heraus zu kommen. Dazu braucht es aber intensive Trainings, genug Selbstvertrauen und den Willen eine gute Leistung schon gegen die Aargauer abzurufen. Der TV Steffisburg startete denn auch vielversprechend in die erste Halbzeit. Vor allem die Verteidigung bestach durch ihren Kampf, ihre Solidarität und die nötige Cleverness. So konnten sich die «jungen Wilden» bis zur 15. Minute einen Sechs-Tore-Vorsprung erarbeiten. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit wurden die Angriffe nach wie vor lange ausgespielt, dabei schlichen sich aber ein, zwei technische Fehler ein, welche die Siggenthaler mit schnellen Gegentoren bestraften. So mussten die Berner Oberländer schlussendlich nur mit einem minimalen Vorsprung von einer Länge in die Pause gehen, obwohl sie das Spielgeschehen eigentlich im Griff zu haben schienen.
 
Der Beginn der zweiten Halbzeit war auf beiden Seiten geprägt von Fehlwürfen, wobei sich aber die Gastgeber einen kleinen Vorsprung von drei Toren herausspielten. Darauf reagierten die Steffisburger postwendend und glichen in der 45. Minute wieder zum 19:19 aus. Unentschieden 22:22 lautete das Resultat auch noch eine Minute vor Schluss, wobei die Verteidigung zusammen mit Torhüter Simon Hunziker kein Tor mehr zuliess und den Vorteil eines letzten Angriffs hatte. Das Team Timeout welches das Trainergespann Bleuer/Hüsser vom TVS eine halbe Minute vor Matchende nahm, wurde benutzt um den letzte Spielzug zu besprechen. Kurz nach Wiederaufnahme des Spieles wurde Cedric Manse rüde angegangen, was die Unparteiischen jedoch als Stürmerfoul taxierten und unverständlicherweise dem Heimteam einen Freistoss zusprachen. Die Platzherren nützten diesen Fehlentscheid schnell aus, und schlossen ihren Gegenstoss zwei Sekunden vor Schluss erfolgreich ab und gewannen schlussendlich mit 23:22 Toren. Eine Begründung ihres Entscheides konnten die beiden Spielleiter auch nach dem Spiel nicht geben. Und auch die Teamverantwortlichen der Aargauer konnten diesen Entscheid nicht nachvollziehen und gaben zu, dass ein Unentschieden für beide Mannschaften ein faireres Resultat gewesen wäre. So standen die Berner Oberländer ein weiteres Mal mit leeren Händen da, trotz einer kämpferischen und stark verbesserten Mannschaftsleistung. Am nächsten Samstag zuhause gegen den TV Birsfelden wird sich zeigen, ob die junge Mannschaft die Niederlage die durch einen Fehlentscheid der Schiris zustande kam verdaut hat.
 
Verfasser: Jannick Drollinger
Bild: Martin Hofmann
 
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